KUNST & DESIGN

Mayk Azzato – Nobody is perfect

Ein Glanzlicht in der Welt des Films und der Fotografie: Mayk Azzato, renommierter Filmemacher und Fotograf, wurde in Las Vegas mit seinem 100. Film Award ausgezeichnet. Die Ehrung für seine außergewöhnlichen Beiträge zur visuellen Kunst fand im Rahmen seiner glanzvollen Veranstaltung in München statt, die Azzato gemeinsam mit seinen Weggefährten und Bewunderern zelebrierte. Die ausgezeichneten Werke, darunter „Space Table Symphony“, „My Name is Josy“, „My Followers“, „The Shift“, „The Key“ und „The Lounge“, spiegeln seine kreative Vielfalt und sein Talent wider. In diesem exklusiven Interview gewährt Mayk Azzato „Only the Best“ Einblicke in seine künstlerische Reise und teilt seine Gedanken zu den preisgekrönten Meisterwerken.
Autor: 
, Fotograf: 
Advertorial
Sie lesen:  
Mayk Azzato – Nobody is perfect

Herzlichen Glückwunsch zu deinem 100., Mayk! Wohlgemerkt dem 100. Film-award deiner Karriere bei den Vegas Music Awards für „Space Table Symphony“ als Best Music Video, dem Soundtrack zu „BigCityBeats – Space Club Kitchen“. Eigentlich ein Musikfilm, wie du sagst, den du sehr imposant mit David Garrett in der Antonow in Szene gesetzt hast. Wie kam es dazu?

Ich saß mit dem Initiator des Projekts, Bernd Breiter, zusammen und er sagte mir, dass er etwas Tolles vorhat, es wird eine Symphonie geben, es geht ins All, David Garrett und Tim Mälzer und die ESA sind dabei und ich soll das umsetzen. Daraufhin habe ich zugesagt, unter der Prämisse, dass es einen wirklich umhauen muss – à la Hollywood. Also hat er mir die Parameter gegeben und ich bin zur Antonow geflogen. Dann habe ich mit David und Tim gesprochen, wir hatten ein erstes Treffen und danach habe ich angefangen, das Drehbuch zu schreiben. Meine Frau Francesca war auch dabei und so haben wir die ganze Produktion geplant und umgesetzt. Gedreht wurde in Frankfurt mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt. Die Story drehte sich um Davids Stradivari, die man sehr imposant in Ketten gelegt in diesem riesigen Frachtraum dieser gigantischen Maschine sieht. Und damit nahm der ganze Wahnsinn seinen Lauf! Am zweiten Drehtag waren über 100 Leute am Set und es hat in Frankfurt aus allen Löchern geregnet und wir durften nicht auf das Rollfeld. Wegen des Regens konnten wir nur drei Durchgänge machen, weil es kalt wurde und die Gefahr bestand, dass sich die Instrumente verziehen. Am Tag darauf kam der Astronaut Matthias Maurer dazu und wir drehten mit ihm, David und Bernd im strömenden Regen vor der Frankfurter Skyline, da Michael wegen einer anschließenden Weltraummission nicht mehr Zeit hatte. Vier  Kameras liefen parallel, um möglichst gute Schüsse zu bekommen. Das sieht wirklich krass aus und war für alle eine große Herausforderung. Für mich war klar, dass das Ding am Ende Awards gewinnen muss. Mittlerweile sind es 33 Awards, der hundertste wurde mir in Vegas überreicht und ich wurde zum Member of the Vegas Movie Awards ernannt. Anlässich dessen hat David Garrett einen Award auf meinem Event im Rocco Forte The Charles Hotel in München bekommen. Es war ein sehr erfolgreiches Projekt, das unter anderem auch in Cannes gewonnen hat. Das war schon toll!

Diese gigantische Produktion fand im Juni 2021 statt und im Februar 2022 der Angriffskrieg Putins auf die Ukraine. Das war eine weitere Herausforderung, auch wenn man die Antonow als Kulisse
bedenkt, oder?

Das ist eine gute Frage. Denn die Weltpremiere wäre im März 2022 gewesen. Da die ESA offizieller Partner des Projekts „BigCityBeats – Space Club Kitchen“ war, musste sie aus diesem Grund abgeblasen werden. Ziel ist es, eine Milliarde Essensspenden für Hilfsorganisationen zu sammeln und für einen Moment die gesamte Welt mithilfe der zwei universellen Sprachen Musik und Essen zu vereinen. Letztendlich dreht es sich in dem Musikvideo um das von Tim Mälzer in Zusammenarbeit mit LSG Sky Chefs entwickelte weltraumtaugliche Essen, das um die Welt geht und für einen guten Zweck verkauft wird. Das kann man nicht oft genug betonen.

Insgesamt sind es sechs ausgezeichnete Projekte. Auch dein Kurzfilm „My Name is Josy“, der 56 Awards erhielt.

Und Josy wurde noch nicht publiziert. Es gab 2021 eine Weltpremiere und wird jetzt irgendwann eine Miniserie. Ob die Umsetzung mit Netflix oder einem anderen Anbieter stattfindet, wird sich zeigen. Ein kleiner Spoiler an dieser Stelle: Brock O’Hurn wird weiterhin Hauptdarsteller bleiben. Und wegen einer anderen Blockbuster-Story war ich in Los Angeles und habe Patrick Schwarzenegger getroffen, der neben Arnold und Jason Statham viele andere Stars vertritt. Unser Draht nach Hollywood ist sehr gut und auch Brigitte Nielsen kam extra zu meiner Feier nach München. Sie hat in „The Key“ mitgespielt, neben vielen anderen bekannten Schauspielern wie Ray Stevenson, der leider an einer Blutvergiftung gestorben ist, der auch zu einem der hundert Preise beigetragen hat. Toni Garrn, die sich gerade von Leonardo Di Caprio getrennt hatte, gab ihr Schauspieldebüt in „The Shift“, der direkt in seiner Nachbarschaft in den Hollywood Hills gedreht wurde, so dass man ihn auch mal mit Kappe im Auto vorbeifahren sah. Und Ralf Bauer ist in drei Projekten dabei, ein sehr guter Freund von mir, der meine Veranstaltung in München moderiert hat.

In deiner Darstellung von Ralf Bauer in „The Key“ besteht dieser absolut gegen Charaktertypen wie Jürgen Vogel und Heino Ferch.

Aber das ist das deutsche Fernsehen, deshalb will ich internationale Filme machen. Ursprünglich komme ich ja aus der Fotografie, aber meine Frau Francesca hat immer gesagt: „Mach Filme, mach Filme, mach Filme“. Dann saß ich einmal mit Kevin Costner zusammen, mit dem ich einen Kurzfilm gedreht hatte, und er sagte: „Du hast so ein krasses Auge, du arbeitest so effizient, du siehst anders als andere Regisseure“, und das kommt wahrscheinlich von der Fotografie. Also sagte Kevin, wenn er jemals ein kleineres Projekt hat, werde ich der Regisseur sein. Mit „The Key“ fing’s dann so richtig an und der Film hat gleich gewonnen. Wir sind auch an einem Spielfilm dran. Schauen wir mal, was passiert. Es gibt so viele tolle Leute, die die ganzen Projekte unterstützt haben. Wirklich bekannte Schauspieler, Topmodels und mit Kevin sogar ein Oscar-Preisträger, obwohl er in keinem der ausgezeichneten Filme mitgespielt hat.

„The Key“ kann sich mit seiner Dichte an prominenter Besetzung wirklich sehen lassen.

Sogar Verona Pooth hätte mitgespielt, aber Jaguar war der Cast zu groß. Auch Christoph Waltz wäre nach seinem zweiten Oscar als Botschafter für Jaguar Land Rover dabei gewesen, wechselte dann aber zu Mercedes. Sky Du Mont war eigentlich Christoph Waltz und ist auch ein super Typ – sensationelle Stimme, Charisma und Hollywood. Bei unserem ersten Treffen hat er mir erzählt, wie er seine erste amerikanische Rolle bekommen hat: Mit ihm saßen „25 Sky Du Monts“ im Raum, die alle so aussahen wie er, aber er konnte sich durchsetzen. Wir hatten sofort eine super Beziehung und so ist das eigentlich mit allen Schauspielern. Ich glaube, das ist sowieso das Allerwichtigste.

Auch „The Lounge“ mit Ray Stevenson für den VIP-Bereich des Frankfurter Flughafens hätte man nicht besser umsetzen können.

Ich wollte es einfach authentisch rüberbringen, also den natürlichen Hollywood-Star und habe ihn angerufen und gefragt, ob er sich das vorstellen könnte. Auch Ralf Bauer als Servicemitarbeiter hat sofort zugesagt. Das ist einer der ersten Flughafenfilme, der beim WorldFest-Houston International Film Festival, einem der ältesten und größten Filmfestivals der Welt, gewonnen hat. Jeder Film wie „My Followers“, „The Key“ oder „Space Table Symphony“ hat seine ganz persönliche Note und ein ganz bestimmtes Ambiente. Bei „My Name is Josy“ waren Buster Rhymes und Keanu Reeves unsere Nachbarn. Es ist mir sehr wichtig, dass die Atmosphäre stimmt. Wir haben oft den Preis für das beste Produktdesign gewonnen, was ich immer mit Francesca alleine gemacht habe. Bei Josy wurde das ganze Set-Staging ausgetauscht. Als Künstler habe ich ein anderes Auge dafür und das kommt, glaube ich, von der Fotografie. Natürlich gibt es bessere Filme, bessere Stories, aber da alle etwas gewonnen haben und dann die Zahl 100, das spricht für sich.

Man kann schon sagen, dass du deinen eigenen Stil hast, was die Farbwelt, die Anmutung, die Stimmung, die Cuts und die kreativen Stilelemente angeht.

Das stimmt wohl, denn wenn meine Jungs, die Film studiert haben, sagen, das macht man so nicht, ist mir das völlig egal. Bei „The Key“ gibt es mehrere Rough Cuts, was damals eher unwöhnlich war. Aber du nimmst in ein paar Sekunden viel mehr wahr. Man hat mehr Eindrücke und merkt gar nicht, dass es ein Kurzfilm ist. Am Ende fragt man sich: „Wie geht es weiter?“. Und wir filmen viel real und mit wenig CGA („Color Graphics Adapter“) – wie in „Space Table Symphony“ die Stradivari von David Garrett mit Lasern. Vielleicht ist das das i-Tüpfelchen, warum so viele Filme ausgezeichnet wurden.

Du hast den Zugang zu den Prominenten, die dich offensichtlich sehr schätzen und mögen. Du rufst einfach an und es gibt eine Zusage.

Zum Glück, und ich muss sagen, das weiß ich sehr zu schätzen. Brigitte Nielsen z.B. ist extra von Los Angeles nach München geflogen, um David Garrett bei meiner Veranstaltung einen Preis zu überreichen.

Das ist schon eine Ehre.

Das ist wirklich eine große Ehre, auch dass David gekommen ist, der gerade seine World Tour gemacht hat und nur unterwegs ist. Durch Davids Posts hatten wir diese enorme Reichweite und tolle Promotion. Eigentlich kennen mich die Leute als Fotokünstler, aber jetzt ist der Punkt gekommen wo wir sagen können: „Okay, liebe Welt, jetzt habt ihr noch einen „Patienten“ an der Backe.“ Es gibt viele Regisseure, viele Produktionsfirmen. Aber ich glaube, mit 100 Awards brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir haben natürlich Unterstützung von zweiten Companies, Co-Producern und Investoren, die mit an Bord sind, und es werden hoffentlich noch viele schöne neue Sachen dazu kommen. Bei meiner Veranstaltung gab es zum Beispiel für jeden Gast einen NFT.

Ihr habt auch TheCreatives, wo deine Frau Francesca als Autorin mit an Bord ist. ihr arbeitet eng zusammen und sie erdet dich bestimmt.

Ohne Francesca wäre das alles gar nicht möglich. Also die 100 Filme, die ich gewonnen habe, hat Francesca genauso als Producer gewonnen, denn ohne die Francesca, die immer so gerne im Hintergrund bleiben möchte, würde das nicht ansatzweise so aussehen und stattfinden, auch wenn sie das gar nicht hören mag. Aber so ist es. Sie hält mir den Rücken frei und sagt mir auch mal Bescheid. Außerdem haben wir eine kreative Tochter, die seit ihrem Abitur für uns arbeitet, gerade im Ausland ist, aber extra für die Veranstaltung nach München gekommen ist. Der Mix macht‘s und meine beiden Mädels zu Hause erden mich immer wieder.

Jetzt haben wir die ganze Zeit über deine Filme geredet. Eigentlich kommst du ja aus der Fotografie und hast erfolgreich deine Portraitserie „Nobody is perfect“ veröffentlicht, in der du Stars wie Sebastian Schweinsteiger und Snoop Dog vor der Linse hattest – unterschiedlich geht’s kaum.

Jeder Mensch ist gleich und darum geht es bei diesem Kunstprojekt letztendlich. Alles soll für alle Leute zugänglich sein, aber ich wollte nicht das klassische Porträt, sondern mit dieser Art Mug-Shot etwas Besonderes, einen Eyecatcher schaffen. Niemand ist perfekt und unsere neue Liste für ein weiteres Shooting auf Alcatraz steht. Allerdings fehlen Leute wie Arnold, Stallone, Al Pacino, und die werden auch nicht jünger, also werden wir zukünftig hoffentlich noch mehr in Amerika zu tun haben. Daraus wird unter anderem ein Bildband entstehen und dann möchte ich das sinngemäß mit der Putzfrau, dem Pizzabäcker und vielen anderen interessanten Menschen weiterführen. Irgendwas brauche ich ja auch für das Alter, obwohl ich mit 55 Jahren hoffentlich noch etwas Zeit habe – Ideen habe ich jedenfalls genug! Leider ist in der heutigen Zeit alles sehr unberechenbar, aber unsere Devise ist trotzdem immer, das Beste und Schönste mit einem gewissen Feeling umzusetzen. Es muss ja nicht jedem catchen, aber ein Wiedererkennungswert wäre schon schön.

Du kommst mit all den Stars wunderbar klar. Aber wie du schon sagtest, die Ebene und die Emotionen müssen stimmen. War das manchmal nicht der Fall?

Manchmal schon, und ja, das gibt es, vor allem wenn die Managements dabei sind. Mein Vorteil ist, dass ich alle Handynummern der Stars habe und wenn die mit dir können – einmal gut, immer gut. Wie bei Kevin Costner, da gibt es eine lustige Anekdote von meiner ersten Produktion mit ihm: Ich stehe am Set, lerne ihn kennen und habe richtig Respekt davor, wie er drauf ist. Natürlich wird im Vorfeld alles von meinem Team im Research vorbereitet, damit sich alle wohlfühlen, d.h. was wird gebraucht, getrunken, gegessen usw., das ist mir total wichtig. Auf jeden Fall sehe ich das Fitting und denke, das ist eine absolute Katastrophe. Dann kommt Kevin rein und ich sage, dass ich die Sachen nicht an ihm sehe, woraufhin er nicht lange zögert, mit mir in sein Haus in Santa Barbara fährt und mich bei einem Kaffee aus seiner Garderobe neue Outfits zusammenstellen lässt.

Wie beeinflusst dich die KI?

Sie kann viel, aber am Ende des Tages – gerade bei Fotos – sieht man es meiner Meinung nach auch, also ich sehe es. Aber es wird immer mehr werden. Bei Ray Stevenson, der wie gesagt leider verstorben ist, hat man vorher noch KI-Aufnahmen gemacht, Paul Walker wird aufgrund dessen wahrscheinlich noch bei „The Fast and Furious 100“ dabei sein. Das können wir nicht aufhalten. Für mich muss es zu 70 Prozent echt sein. Man sagt auch so lapidar, wenn mehr als 30 Prozent verändert sind, stirbt der Urheber, aber da gibt es ja auch Rechtsprechung. Manchmal geht es halt nicht anders. So ein altes, schönes Schwarz-Weiß-Bild von Louis de Funès hat auch etwas und etwas anderes, als wenn man es heute reproduzieren würde.

Eine Frage zum Schluss – wenn du dich zwischen Film, Fotografie und Kunst entscheiden müsstest...

Ich liebe meinen Job und bin froh, dass er so vielseitig ist, deshalb bin ich Francesca dankbar, dass sie mich zum Glück immer in Richtung Film geschubst hat. Ich glaube, dass die Fotografie durch Instagram an Power verloren hat – kurze ,kleine Dinge, Hauptsache viel Reichweite. Aber deshalb ist es ist gut, dass es diesen Mix gibt. Zudem kommen die NFTs, aber ein Bild muss ja trotzdem erst einmal erschaffen werden und ein gutes Bild ist ein gutes Bild. Ich male auch noch, hatte erfolgreich Popups, aber zeitlich bedingt ist das in den Hintergrund geraten. Vielleicht fange ich in einer ruhigeren Phase wieder an. Im Moment würde ich gerne mehr filmen, weil es manchmal spannender und viel, viel aufwendiger ist, fotografieren kann ich immer, zum Beispiel mit dem iPhone. Wenn man diese Entwicklung sieht, sind Bewegtbild und Foto heute eigentlich eins und man muss beides irgendwie verbinden können. Ich denke halt in Bildern. Deswegen hätte ich keine Lust, nur Fotos zu machen, aber nur Filme, das wäre mir auch zu anstrengend. Also ich glaube, es ist die gesunde Mischung heute, die es ausmacht. Inzwischen ist alles verschmolzen. Und die NFTs finde ich gut, weil man diesen digitalen Abdruck hat, das ist echt, das gibt es nur einmal und nur so und das kann auch niemand verändern, auch wenn es verkauft wird, du bleibst immer der Urheber. Also es ist nicht so schlecht im Digitalen und das vielleicht als Schlusswort.