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Die besten 48 Stunden in Hamburg

„What a difference a day makes ...” sang einst Dinah Washington und erzählte, was in „twenty-four little hours” alles passieren kann. Für Only the Best darf ich ab sofort an dieser Stelle weitere 24 Stunden hinzufügen und Ihnen jeweils „Die besten 48 Stunden“ in einer Region, einer Stadt oder auf einer Insel präsentieren. Lassen Sie sich an Orte mitnehmen, die mir immer wieder wunderbare Gründe geben, zurückzukehren.
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Die besten 48 Stunden in Hamburg

„Hamburg ist das Tor zur Welt. Aber man muss auch durchgehen“, zitierte Karl Lagerfeld sehr gerne seine Mutter, wenn es um seine Heimatstadt ging. Ich aber lade Sie ein, mit mir genau in die entgegengesetzte Richtung mitzukommen. Glauben Sie mir, es lohnt sich. Denn die Hansestadt bietet ihren Besuchern an Elbe und Alster eine einzigartige Mischung aus ganz unterschiedlichen Vierteln, Welten und Gemeinschaften. Elegante Stadtteile wie Eppendorf oder Harvestehude liegen nur wenige Minuten von der Sternschanze entfernt, die als Heimat der alternativen Polit- und Kreativszene den kompletten Gegenentwurf zur gediegenen Bürgerlichkeit darstellt. Während es in den Stadtteilen an der Alster eher etwas vornehmer und diskret zugeht, zeigt sich Hamburg am Hafen von seiner rauen, aber herzlichen Seite. Die Magie dieser Stadt passiert jeden Tag genau dazwischen, genau in diesem Mix und seinen Gegensätzen.


Ich bin gerade 20 Minuten vom Hamburger Flughafen entfernt, als mein Taxi in den Harvestehuder Weg einbiegt – eine der schönsten Straßen Hamburgs. Links taucht die zu einem See aufgestaute Außenalster auf, die der Stadt eine einzigartige Wasserbühne bietet. Segler und Ruderer sind unterwegs, Menschen spazieren oder joggen auf den Alsterwiesen. Rechter Hand liegt Pöseldorf, das Viertel, in dem einst Jil Sander ihre Karriere begann. Noch auf dem Weg in mein Hotel beschließe ich, mir diese Gegend später genauer anzuschauen.


Hamburg zeigt sich von seiner besten Seite, denn der Himmel reißt auf, als ich mein Ziel, das Hotel Vier Jahreszeiten, erreiche. Das beste Haus am Platz ist eine Ikone der Stadt mit über 125-jähriger Geschichte und liegt direkt an der Binnenalster am Neuen Jungfernstieg. Das Hotel Vier Jahreszeiten verdanken die Hamburger übrigens dem Schwaben Friedrich Haerlin, der sich 1897 an seinem 40. Geburtstag einen lang gehegten Traum erfüllte. Aus dem Gastronomen wurde ein Hotelier, der für rund 420.000 Mark das „Hotel zu den Vier Jahreszeiten“ mit elf Zimmern ersteigerte und damit den Grundstein für das Traditionshaus legte. Glücklicherweise sind im Laufe der Jahrzehnte weitere 145 Zimmer und Suiten hinzugekommen, so dass auch ich ein wunderschönes Zimmer in der Bel Etage mit Balkon zur Binnenalster beziehen kann.

Freitag 15 Uhr

Meine Zeit in Hamburg beginnt mit einer Shoppingtour, denn schließlich liegt das Hotel Vier Jahreszeiten in bester Lage unweit der exklusivsten Geschäfte der Innenstadt. Besonders gefallen mir die Läden, die es nur in Hamburg und sonst nirgendwo gibt und die mit ihrer Auswahl vom hanseatischen Stil erzählen. Natürlich schaue ich beim Herrenausstatter Braun in der Kaisergalerie ebenso vorbei wie gleich gegenüber im genial kreativen Concept Store UZwei für die weibliche Kundschaft. Gleich neben dem Hamburger Rathaus geht es weiter zu Ladage & Oelke, dem Traditionshaus für Herrenmode britischer Prägung von Casual bis Cut, das nebenbei regelmäßig sehr gute Trunk-Shows ausgesuchter internationaler Manufakturen anbietet.Auf dem Weg zu den Deichtorhallen mache ich noch einen Abstecher zum Familienunternehmen Thomas I-Punkt in der Mönckebergstraße, wo es neben Anzügen und Pullovern der Eigenmarke Omen auch Streetwear de Luxe und im Untergeschoss die beste Auswahl an Sneakern gibt. Unweit des Hamburger Hauptbahnhofs befinden sich die Deichtorhallen, die internationale Kunst und Fotografie präsentieren und allein schon wegen des beeindruckenden Hauptgebäudes einen Besuch wert sind.


17 Uhr

Zurück am Neuen Wall, einer der exklusivsten Einkaufsstraßen, besuche ich eine weitere Hamburger Institution, die Buchhandlung Felix Jud, die vor genau 100 Jahren von dem damals 24-jährigen Jud gegründet wurde. Die auf drei Etagen präsentierten Bücher bieten nicht das übliche Einerlei, sondern ausschließlich feinste Delikatessen geistiger Nahrung in einer immer wieder überraschend großartigen Kuration. Die Buchhandlung befindet sich zudem am Eingang der wunderschönen historischen Mellin-Passage von 1864, die den Neuen Wall mit den Alsterarkaden verbindet und mit einzigartigen Wand- und Deckenmalereien aus der Jugendstilzeit beeindruckt.


20 Uhr

Zum Abendessen bleibe ich im Hotel Vier Jahreszeiten und gehe in den gerade liebevoll renovierten „Grill“, der mit seinem Art-Déco-Interieur ein exklusives und zugleich entspanntes Ambiente schafft, in dem ich mich sofort wohl fühle. Die Raumgestaltung ist eine gelungene Hommage an die Anfänge des Grills im Jahr 1926 und eine Zeitreise mit perfektem Service und Essen. Von der Hummercremesuppe über die Seezunge bis zur Hamburger Roten Grütze sind die Klassiker gelungen interpretiert und ein schöner Abschluss meines ersten Tages.Doch halt, noch ist der Abend nicht zu Ende. Auf dem Weg zu meinem Zimmer wartet die Jahreszeiten Bar, die kleinste Bar Hamburgs, mit einer ziemlich großen und großartigen Whiskey-Auswahl auf mich.


Samstag 10 Uhr

Zum Aufklaren geht es auf den Isemarkt in Eppendorf, wo sich jeden Dienstag und Freitag die Isestraße pünktlich zum Anbruch des Tages in ein Paradies aus Marktständen verwandelt.  Das Besondere an dem Lieblingsmarkt der Hamburger ist nicht nur die unglaubliche Vielfalt der Aussteller, sondern auch seine besondere Lage: Auf etwa einem Kilometer erstreckt sich der Markt unter einer Hochbahnbrücke der U-Bahn-Linie U3 von der Station Hoheluftbrücke bis Eppendorfer Baum. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Am Ende des Marktes, auf der Eppendorfer Seite, geht es zum Ausruhen ins Elbgold Café am Eppendorfer Baum – mit dem besten Kaffee der Stadt aus der eigenen Rösterei in der Sternschanze.


12 Uhr

Nach dieser kurzen Pause genieße ich das Leben in Eppendorf mit seiner ganz besonderen Vielfalt an Boutiquen, Cafés und Geschäften. Einen Besuch wert sind zum Beispiel „Das 7. Zimmer“ für Sachensucher mit Sinn für Patina, die wunderschön eingerichtete Parfümerie Meister sowie mein Hamburger Lieblingsschuh- und Bekleidungsgeschäft „Conrad Hassel-
bach“ am Eppendorfer Klosterstern.


14 Uhr

Hier beginnt auch der Harvestehuder Weg, dem ich nun bis zur Außenalster folge. Am Westufer stadteinwärts geht es durch den Alsterpark, in dem sich Menschen, Enten und Schwäne friedlich auf den Wegen und Wiesen zwischen Trauerweiden und japanischen Kirschbäumen tummeln. Auf der Außenalster herrscht reger Segel- und Ruderverkehr, und wenig später zieht unter lautem Trommelschlag eines der Drachenboote
vorbei, die inzwischen ebenfalls das Bild der Alster prägen. Nach knapp einer Stunde Alsterspaziergang freue ich mich auf das nächste Highlight des Hotel Vier Jahreszeiten.


17 Uhr

In der Wohnhalle des Hotels, dem Herzstück und von vielen als Wohnzimmer der Hamburger bezeichnet, finde ich mich zum klassischen „Queen Victoria Afternoon Tea“ ein. Die holzvertäfelten Wände, der knisternde Kamin und die dunkelrot bezogenen Sessel bilden den perfekten Rahmen für die britische Teezeremonie
mit Scones, Clotted Cream und Sandwiches.


21 Uhr

Mein Abend beginnt mit dem Besuch einer Vernissage in einer meiner Lieblingsgalerien in Hamburg, dem Oberfett von Christian Pfaff in Altona. Danach geht es ins benachbarte St. Pauli, das berühmte Rotlichtviertel, dessen heimliche Kantine mein Ziel ist. In der Davidstraße 11, mitten auf dem Kiez zwischen Reeperbahn und Hafen, befindet sich seit 1905 das italienische Restaurant Cuneo, das in fünfter Generation von Franca Cuneo geführt wird. Seit Francas Vater (Franco) in den 80er Jahren aus dem von außen unscheinbaren Lokal einen der Treffpunkte für Journalisten, Künstler und Schauspieler gemacht hat, ist die älteste Trattoria Deutschlands zu einer Hamburger Institution geworden. Ich bestelle die hausgemachten Ravioli und genieße die lebendige Atmosphäre. Die legendäre Cuneo-Jukebox liefert einen wunderbar kitschigen Soundtrack und als ich mich auf den Weg in die Hafencity mache, singt Elvis passend „It’s now or never“.

23 Uhr

Hoch über den Dächern der Hafencity lässt es sich in der Puzzle Bar ganz hervorragend aushalten. Hinter der Bar steckt übrigens kein Geringerer als Sternekoch Kevin Fehling vom Sternerestaurant The Table.  In der 15. Etage des Campus Towers hat man einen herrlichen Blick auf die nächtliche Hamburger Skyline mit Elbphilharmonie, Michel und Stadtzentrum.


7 Uhr

So wie der gestrige Tag in der Hafencity endete, beginnt der heutige auch wieder dort, denn ich bin mit Michael Poliza in seinem eBike-Store verabredet. Michael
bietet neben dem Verkauf von eBikes auch verschiedene eBike-Touren in und um Hamburg an, von denen ich mir eine Tour durch den Süden der Stadt ausgesucht habe. Wir starten vor Sonnenaufgang in Richtung Landungsbrücken und fahren durch den 1911 eröffneten „Alten Elbtunnel“ auf die Südseite der Elbe. Auf der anderen Seite in Steinwerder angekommen, bietet sich ein einzigartiges
Panorama auf die Stadt, das nach wenigen Minuten durch einen spektakulären Sonnenaufgang hinter der Elbphil-
harmonie noch veredelt wird.


11 Uhr.

Nach fast vier Stunden sind wir voller neuer Eindrücke zurück am Überseequartier. Die Radtour durch den Hafen, das bunte und architektonisch spannende Wilhelmsburg entlang der Doven-Elbe bis hin zur historischen Windmühle
„Johanna“, war eine tolle Wundertüte an Eindrücken, die das Bild von Hamburg noch einmal auf ganz besondere Weise abgerundet haben.