TECHNOLOGIE & ZUKUNFT

Instahelp – Seelische Gesundheit

Vorreiter der Unternehmenswelt haben erkannt, dass die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen weit mehr bedeutet als das Fernbleiben körperlicher Erkrankungen. Bei Mercedes, beim Gesundheitsversicherer Allianz (Österreich), bei Waterdrop oder Teufel gilt Mental Health als Gamechanger für Unternehmen. Sie und noch mehr als 80 weitere Unternehmen holen sich die Kompetenz bei Instahelp. Ein Gespräch mit Bernadette Frech, die CEO der Plattform für psychologische Beratung online.
Autor: 
Sonja Still
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Instahelp – Seelische Gesundheit

Frau Frech, wie geht’s Ihnen?

Nun, die meisten antworten darauf mit „Gut, danke“. Doch in Wirklichkeit geht es jedem dritten Menschen in Europa mental oder emotional gar nicht gut. Das zeigt eine Erhebung der WHO, und die stammt noch von vor dem Ausbruch der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine. Freilich haben wir Höflichkeitsfloskeln auch nötig. Man muss nicht jedem alles aus seinem Innersten zeigen. Als wir Instahelp gegründet haben, war mein Ziel, etwas beizutragen zu einer ganzheitlich gesundheitsbewussten Gesellschaft. Und das machen wir im Team inzwischen höchst anerkannt. Wir fühlen uns wirklich gut und ich persönlich bin hier in dem zauberhaften Salzburger Café mit Blick auf die Festung Hohensalzburg grad recht erfreut. 

Sind wir denn alle so belastet, dass wir inzwischen sogar einen Online-Therapeuten brauchen?

In Ihrer Frage schwingt das Stigma mit, dass wir nicht ganz sauber seien, wenn wir solche Hilfe in Anspruch nehmen. Das ist eine überholte Haltung. Gefühle sind an sich nichts Negatives. Wut ist nicht nur negativ, sie bringt uns auch voran, aber unterdrückte Wut kann uns lähmen. Wenn wir zum Beispiel in Meetings immer ignoriert werden, dann werden Sie Ihre Wut nicht rausbrüllen, weil Sie gut erzogen sind, aber Sie werden vielleicht nicht mehr zügig an Ihrer Präsentation weitermachen und ärgern sich über sich selbst, dass Sie die Aufschieberitis kriegen. In den meisten Fällen ist einem das gar nicht bewusst.  

Dann sind Sie ein Coaching-Unternehmen?

Nein, nicht einfach das. Wir versprechen nicht einen Karriere-Erfolg, wenn Sie nur positiv denken. Wir haben uns mit der Vision gegründet, Ratsuchenden einen einfachen Zugang zu psychologischer Hilfe zu bieten. Es ist ein ergänzendes Angebot. In unserem Team sind professionell ausgebildete Psychologen und Psychologinnen, die schnell bis zu sofort verfügbar sind. Es ist ein niederschwelliges Angebot. Es ist in einem geschützten Raum und wir sind digital. Wir garantieren, dass jeder binnen 24 Stunden einen Ansprechpartner hat. Erfahrungsgemäß dauert es bis zum ersten Kontakt nur wenige Stunden. In einem geschützten Raum kann man sich über die Instahelp App geschützt einwählen: als Videokonferenz, als Telefonat oder als Text-Chat. 

Und wer kann sich an Sie wenden beziehungsweise wer wendet sich an Sie?

Wenn es jemandem nicht gut geht, man vielleicht Stress oder Probleme in der Beziehung hat, sind wir da. Der Fokus liegt hierbei auf präventiver Beratung und Begleitung, um Personen zu unterstützen, bevor Probleme überhaupt entstehen. Wir sind für Menschen da. Sie können sich auch anonym melden. Und wir unterstützen Firmen, eine Kultur des Mental Health zu implementieren. 

Wer an diagnostizierten psychiatrischen Erkrankungen leidet, den begleiten wir zu Fachärzten. Sobald Medikamente ins Spiel kommen, braucht man eine persönliche Betreuung.

Wie läuft das ab?

Wir sind im digitalen Raum unterwegs. Sie gehen auf unsere Website, Sie geben Ihre Präferenzen ein und wir machen Ihnen einen Vorschlag, welche der PsychologInnen auf Basis Ihrer Eingaben am besten zu Ihnen passt. Danach startet die Beratung in Ihrem sicheren Beratungsraum in der Instahelp App. Das Digitale ist ein besonderer Raum, in dem es auch besonderer Ausbildung bedarf. Wir garantieren höchste Qualitätsstandards, also nicht nur DSGVO-konform, sondern auch die ärztliche Verschwiegenheitspflicht ist abgesichert. Die Chaträume sind sicher.

Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das eben keine langen Wartezeiten aufbaut. Und es sind alles ausgebildete Psychologen und Psychologinnen. Wir grenzen uns von esoterischen Angeboten und allgemeinem Coaching ab. Die Nachfrage bestätigt uns. Und wir stellen auch fest, dass sich in diesem digitalen Zugang auch durchaus mehr Männer um Hilfe und Austausch bemühen als vergleichsweise in persönlichen Praxissituationen. Von der Altersstruktur her sind die meisten unserer Klienten zwischen 30 und 50 Jahre alt. 

Die Covid-19-Pandemie hat sicher die Nachfrage erhöht?

Die Strukturen der Arbeitswelt wurden sehr verändert. Und ich denke, sie werden sich noch weiter verändern. 

Homeoffice und das Arbeiten von zuhause erhielten einen Schub, aber es wurde auch begleitet durch mehr Stressfaktoren. Einerseits sind diese Strukturen aufgebrochen, die Mitarbeiter wollen nicht mehr unbedingt zurück in die permanente Präsenzarbeit. Remotearbeit wird bleiben. Während der Pandemie gab es mehr Burnout-Symptome durch die Überlastung bei Mitarbeitern mit Familien und mehr Depressionen bei Mitarbeitern ohne Anhang. Diese litten mangels Kollegen deutlich mehr an Einsamkeit. Belastungen im Homeoffice muss man ebenso als Vorgesetzter ernst nehmen, um die Motivation von Mitarbeitenden zu halten. Führungskräfte sind auf digitale Führung ihrer Mitarbeiter nicht vorbereitet gewesen. Und sie sind auch an mancher Stelle überfordert, wenn Mitarbeiter sich öffnen und ihre Probleme andeuten. Sie sprechen sie selten offen an, da sie eine Stigmatisierung und unangenehme Konsequenzen fürchten. Internationale Konzerne nutzen uns als Tool für ihre Mitarbeitenden. Wir begleiten sie auf individueller Ebene, das heißt, wir nehmen ihnen den Druck sich zu verausgaben und sorgen so für mentale Gesundheit. Mentale Gesundheit ist in Österreich als ein Unternehmenswert fester verankert als in Deutschland. 

Und im Job dürfen wir künftig mehr Emotion zeigen?

Es geht nicht drum, einfach mehr Emotion zuzulassen, sondern die eigenen Emotionen einzuordnen. Ein offenes Miteinander ermöglicht ein ehrliches Setup. Früher war’s vielleicht so, dass ein Vorgesetzter cholerisch agieren konnte, oder Mitarbeiter konnten ihre Wut oder ihren Frust nicht kontrollieren. Das ist natürlich keine Grundlage mehr. Heute geht es in den diversen Ansprüchen darum, sich selbst besser zu verorten. Der CEO von Allianz Österreich, Rémi Vrignaud, ist ein Testimonial für uns. Er bekennt ganz offen, dass er auf Beratung setzt. 

Mentale Gesundheit soll kein Tabuthema sein. Oder Toto Wolff, der Motorsportchef bei Mercedes, investiert in uns. Sportler wissen, wie wichtig es ist, mental stark zu sein, um Siege einfahren zu können. Wir haben aber auch andere innovative Firmen, die auf uns setzen und prominente Testimonials, die offen über ihre mentale Befindlichkeit reden, um die Tabus, die mit dem Thema noch immer verbunden sind, aufzubrechen. Denn klar: Die sind alle erfolgreich, aber sie haben auch alle ihre persönlichen Zweifel und Fragen, fühlen sich überfordert oder sehen keinen Weg. Und das kann man gut besprechen in einer psychologischen Beratung. 

Wir wird sich denn die Arbeitswelt verändern?

Die Entgrenzung von Arbeits- und Freizeitumfeld ist eine Herausforderung. Wenn wir bislang von Work-Life-Balance ausgingen, so wird in Zukunft das Work-Life-Blending gelten. Das heißt, eine qualitative Zusammenführung der beiden Lebensbereiche wird nötig sein. Sie können heute junge Mitarbeiter nicht mehr mit mehr Geld und besserem Dienstwagen gewinnen. Das ist ein Standard, der am Anfang der Positionsausschreibung ausgehandelt wird. Der muss gut sein. Aber mit der Zeit muss der Job mit dem Lebensentwurf zusammengehen. 

Was werden Sie Ihren Söhnen einmal sagen, wenn Sie fragen: Mama, wie hast Du das alles geschafft? Uns allein erzogen, die Firma vorangebracht und an der Uni gelehrt?

(Sie lacht) Klingt ganz schön viel, nicht wahr? Aber ich hole mir auch manchmal Hilfe bei uns, bespreche mich, um mich wieder zu verorten. Ich will nicht meine Freundinnen nur als mentale Stützen gebrauchen, sondern mit ihnen auch mal nur Spaß beim Mädelsabend haben. Ich will nicht meine Eltern überlasten, mit allem, was auch zu meistern ist. Es geht heute auch anders. Wir haben das Wissen. Wir haben das Angebot. Es kann, wenn es mal viel ist, einfach auch einfach sein: ein Gespräch, in dem man sich wieder sortiert.